Am Vortag waren wir von Gruben 1818m auf die Turtmannhütte 2519m aufgestiegen und einen netten Abend verbracht. Die Nacht dauert nicht lange und wir starteten zeitig in die sternklare Nacht. Der Firn auf dem Brunegg-Gletscher war steinhart gefroren und wir kamen gut voran, bis wir schliesslich vor der Nordwand des Bishorns standen. Nun ja, entgegen der Auskunft der Hüttenwirtin waren die Bedingungen alles andere als «top»: der untere Teil der Wand war apern, die Felsen sahen nicht wirklich einladend aus und der Serac hatte auch nicht viel Schnee. Wir wählten daher eine Linie im linken Teil der Wand, die uns etwa bei P.3939 auf den Nordgrat bringen würde. Gut gelaunt wurde die Ausrüstung montiert und wir steigen zügig durch den überraschend guten Firn. Nur ein kleiner Felsriegel hielt uns einige Minuten auf. Auf dem Grat wurde das Spuren im teils knietiefen Schnee etwas mühsamer, aber die Tiefblicke ins Tal und die eindrückliche Aussicht sorgen für Abwechslung. Nach dem Vorgipfel 4135m bogen wir auf die Normalroute ein und erklommen den Hauptgipfel des Bishorns 4153m. Die eigentliche Tortur kam erst noch: im flachen Teil des Turtmanngletschers brachen wir bei jedem Schritt durch den Bruchharsch und brauchten eine gefühlte Ewigkeit, bis wir endlich die Cabanne de Tracuit 3256m erreichten. Der Rest des Abstiegs nach Zinal 1675m verlief ereignislos und zufrieden stürmten wir den Dorfladen, um die Wasserspeicher wieder aufzufüllen. Danke an F.D. für dieses grossartige Abenteuer!

Hochtour – ZS+, ↗2300m, ↘2500m, 03. Juli 2016.