Nachdem wir den ersten, aperen Ausläufer des Vadret da Tschierva gequert hatten (ein Katzenauge am Fusse von P.2814 half beim Zielen) und durch viel Schotter den Gratausläufer des Piz Umur zu P.2814 hinauf gestiegen waren, betraten wir den nur mit wenig Schnee bedeckten Gletscher. Vielleicht ist es gut, dass man bei Hochtouren viele Stunden im Dunkeln läuft und wenig sieht, v.a. die tiefen Spalten der Gletscher nicht, um die man traumwandlerisch herumzirkelt. Und die Zeit im Dunkeln irgendwie schneller vergeht. Jedenfalls waren wir froh, als wir auf ca. 3200m endlich festen Firn unter den Steigeisen hatten und zum Vier-Esels-Grat (La Crasta) hinüberqueren konnten. AlpinoF übernahm den Vorstieg und in gutem Fels und spannender Kletterei erreichten wir den Firn oberhalb P.3398. Der Aufstieg zur Schneekuppe 3918m zog sich etwas in die Länge, der luftige Gipfelgrat in frischem, pulvrigen Neuschnee war dagegen abwechslungsreich und kurzweilig (5h30min). Glücklich genossen wir die Aussicht auf dem Gipfel des Piz Rosegg 3937m. Beim Abstieg seilten wir nach dem 2. Turm direkt zum Gletscher ab (50m-Seil reicht). Nach erneutem Nervenkitzel beim Tanz um die Spalten im unteren Teil des Gletscher erreichten wir zufrieden die Tschiervahütte.

Hochtour – ZS-/III, ↗1500m, ↘1500m, 10h.