Endlich ist er da, der lang ersehnte Schnee dieses Winters. Und dann gleich richtig viel. Zwar gab es ordentlich Wind dazu, aber mit etwas Glück (und einigen Überlegungen) traf man gute Verhältnisse auf der Tour an. Wir tippten auf den Chli Chärpf und trafen ins Schwarze – oder Weisse, wie man es nimmt. Bei bitterkalten -18°C versuchten wir uns die ersten Stunde mit Spurarbeit im tiefen Schnee bis zur Hütte Hanegg P.2034 warm zu laufen – mit nur mässigem Erfolg. Die Erleichterung war dann aber umso grösser, als die Sonne die Schneeflächen überflutete und alles zu glitzern anfing. Zunächst stiegen wir hinauf auf den Gratrücken östlich des Rotstocks und zogen die ersten Linien durch den tiefen Pulverschnee hinab zum Hüttchen Hanegg. Zurück am Ende der Spur mussten wir feststellen, dass bisher keiner der sechs Tourengängen weitere Anstrengungen unternommen hatte. Also arbeiteten wir uns weiter hinauf bis P.2456 und genossen die zweite Pulverabfahrt des Tages. In der Hoffnung, dass nun jemand bis zum Gipfel durchgespurt hatte, stiegen wir ein drittes Mal den Hang zum Rotstock hinauf – nur um festzustellen, dass die Kondition nicht unbedingt mit der präsentierten Ausrüstung und der Gesprächslautstärke der anwesenden Skitouristen korrellierten. Die Beine doch schon etwas schwer, zogen wir weiter, bis kurz unterhalb der Chärpfscharte endlich ein weiteres Paar bei der Spurarbeit half. Die dritte Abfahrt stand den ersten beiden in nichts nach und zufrieden zogen wir unsere Linien durch die weisse Pracht.

Skitour – WS+, ↗2000m, ↘2000m, 6h, Alpinos