Nach dem Reinfall von gestern in Juf entschieden wir uns, ins Bedretto zu fahren und dort zwei Tage auf den Skiern zu verbringen. Und tatsächlich fanden wir traumhafte Pulverhänge mit herrlichem Wetter.

Wir starteten gegen viertel ab sieben von All’Acqua 1614m und waren bald durch das Val d’Olgia auf die gleichnamige Alp bei P.2063 gestiegen. Das gesamte Gebiet war noch wenig befahren, und so beschlossen wir, zunächst auf den sonst viel begangenen Pizzo Grandinagia 2700m zu steigen. Den steilen Gipfelhang bis zum Skidepot durften wir sogar noch durch 25cm Pulverschnee spuren. Wegen des vielen lockeren Schnees auf den plattigen Felsen mussten wir auf den Aufstieg zu dem nur wenige Meter über uns liegendem Gipfel verzichten. Das tat den Freuden der Tour allerdings keinen Abbruch, denn nun konnten wir die Abfahrt in herrlichem Schnee von Gipfel bis zurück an den Bach bei P.2156m geniessen.

Nach einer kurzer Teepause, der Vormittag war noch nicht allzu weit fortgeschritten, machten wir uns an den zweiten Teil der Tour, den Aufstieg zum Helgenhorn 2842m. In der Wärme der südexponierten Hänge zog sich der Weg doch etwas in die Länge, aber schliesslich standen wir auf dem Gipfel und konnten den eindrücklichen Blick auf die umliegenden Berge geniessen. Fast wären wir in der warmen Sonne eingedöst, aber noch wartete das zweite Highlight der Tour auf uns, die Abfahrt durch das Valle Rossa. Die heutige Variante direkt vom Ausgang des Tales hinab zur Brücke bei Paliano 1876m war steiler als die normale Route weiter östlich und bot offenere Hängen mit weniger Buschwerk. Und mit 20-30cm Pulverschnee war die Fahrt der reine Genuss. Glücklich und zufrieden sausten wir auf der Passstrasse zurück nach All’Acqua. Und hatten das gestrige Tourendisaster schon wieder vergessen.

Skitour – ZS, ↗1800m, ↘1800m, 6h30min.