Warum gehen Leute an einem wunderschönen Frühlingstag um 8:45 Uhr in ein sonst sehr leeres Restaurant eines grossen Einkaufszentrums? Gut, bei Ikea versteht man das noch, wegen der leckeren Köttbullar, auf die man die ganze Woche verzichtet hat und nun muss es wieder sein, eben schon morgens; und alleine ist man da auch nicht. Aber bei Coop? Vielleicht wegen der netten Dame an der Kasse, die rumgemault, weil man sich zwei Mini-Käse genommen hat und sie die jetzt separat abkassieren müsse, weil sie nicht im Guten-Morgen-Sonnenschein-Super-Lecker-Frühstücks-Aktionsangebot dabei sind (so what?). Und ja gut, Kinder wollen auch beschäftigt sein, und die tollen Drin-sitz-Einkaufswagen in schnittigem Rennwagen-Design gibt es bei Ikea nicht (oder doch?). Aber warum sitzen dort zwei in Skiklamotten und gucken leicht betrüb aus dem Fenster?

Das kam so: Von Gorezmettlen 1560m waren wir um kurz nach sechs losgelaufen über den knüppelhart gefrorenen Schnee auf der Passstrasse. Das änderte sich auch nicht signifikant, als wir den Gorezmettlenbach nach Wyssgand entlangliefen. Nur die riesigen Lawinenkegel nahmen markant zu: bei Rossplätzen turnten wir zunächst über eine Lawinenwand hinauf, um ca. 100m über den Lawinenschnee zu wackeln. Bald sahen wir die Hänge Rossplangg und Rotgand ein: sie waren komplett abgerutscht und mit hübschen Nassschnee-Lawinen-Bollen bedeckt. Weiter oben gab’s eindrücklich grosse Schneebrett-Anrisse. Für uns war hier daher Schluss. AlpinoF initierte noch eine neue Trendsportart im Meiental für die nächsten Wochen: Lawinenkegel-Klettern. Je nach Bölleli-Grösse sehr anspruchsvoll und auf keinen Fall zu unterschätzen!

So saßen wir etwas konsterniert um 8:45 Uhr beim zweiten Kaffee und über diesen abwechslungsreichen Winter sinnierten. Nur unsere Renn-Velo freuten sich mittags über die ungewohnte Aufmerksamkeit so früh im Jahr.

Skitour – L, ↗150m, ↘150m, 11. März 2017, 1h30min.