Die Idee war ja schon nicht so verkehrt, Täschhorn mit Skiern durch die Kinflanke. Und einen Bericht auf bergtour.ch es gab auch, der recht zuversichtlich stimmte. Aber man sollte sich tatsächlich nicht auf Toureneinträge in Internetforen verlassen; zu subjektiv ist die Wahrnehmung von „guten Verhältnissen“ und zu unpräzise die Wiedergabe. Aber nun waren wir hier: am Vortag hatten wir die Skier auf die Kintole gewuchtet, und auch als wir heute um 3:50 Uhr losliefen hiess es zunächst wieder: Skier tragen, bis zum Kingletscher auf ca. 3150m durch Schutt und Geröll. Aber jetzt ging’s los: auf hartem Schnee hinüber an die Felsen, nochmals eine steile Firnrinne hinauftragen, wieder auf Skiern bis ca. 100m unterhalb P.3625, durch Kack-Schotter zu selbigem Punkt, dann endlich die eigentliche Flanke hinauf bis zum Skidepot am zweiten Serac. Steigeisen montiert, mit drei Schrauben die erste steile und eisige Traverse gemeistert. Nun durch tiefen Pulver am letzten Serac vorbei und ca. 25m durch teils blankes Eis in die Flanke geschraubt, dann weiter bergan, nach weiteren 25m eisigen Metern schliesslich wieder Trittschnee bis ca. 100m unter dem Gipfelgrat, die letzten Meter wieder recht eisig. Die Kletterei an den teils äusserst luftigen und nach Süden überhängenden Gratplatten war eine willkommene Abwechslung und nach acht Stunden standen wir endlich auf dem höchsten Punkt. Uff! Gipfelpanorama, Glücksmomente, wunderbar.

Wir warteten, bis eine 3er-Seilschaft ihre alternativen Seilmanöver beendet hatte und stiegen auf der selben Route wieder ab. Dauerte allerdings etwas wegen der Schrauberei und dem Eis und der Tragepassage durch den Kack-Schotter unter P.3625 und einem kurzen Spaltenintermezzo weiter unter. Aber nach 14 Stunden trafen wir wieder beim Biwak ein und freuten uns über die bequemen Isomatten, die uns einen herrlichen Schlaf ermöglichten. Ein klassicher Typ-2-Spass eben (Fun-when-it-is-over-fun): cool war es… im Nachhinein eben.

Skihochtour – 27. Mai 2017, S, ↗1750m, ↘1750m, 14h.