Endlich, beim dritten Anlauf, hat es alles gepasst: Start um kurz nach sechs im Chlital bei P.1116 (seit neuestem Fahrt bis P.1189 nur noch mit Bewilligung, 5CHF pro Tag), via Musenalp 1483m zum Sassigrat 1829m aufgestiegen. In dichten Hochnebel gehüllt traversierte ich auf dem schmalen Pfad oberhalb der Biwaldalp zu den Brun Planggen. Durch steiles Gras und viel loses Geröll nerviger Aufstieg zum grossen Couloir (linker Hand), durch dieses hindurch; weiter über Platten, Geröll und anderes tolles Zeugs zu den beiden kleinen Couloirs, das rechte bis ans Ende hinauf, dann scharf rechts hinaus auf die Wiese gequert. Nach einer weiteren Steilwiese stand ich auf den Grat (die witzige Beschreibung im Urner SAC-Führer „an den Fuss der Felsen, über die der Grat erreicht wird“, wird dem Weg nicht ganz gerecht). Aber jetzt begann der Genuss: immer entlang der freundlich leuchtenden blauen Streifen durch die steile Nordflanke hinauf. Der Wegfindungsspass ist eher gering (Markierung alle 1-2m), aber die Kraxelei war toll und es hat einige spannende und interessante Passagen. Die beiden Fixseile an der griffigen Kalkplatte kurz vor dem Grat fand ich etwas übertrieben, aber ok, muss man ja nicht anfassen. Dann kurz über den scharfen Grat zum Vorgipfel und anschliessend durch die Flanke auf den Gipfel des Schlieren 2830m (3h05min). Riegel und Wasser nachgeladen, dann hinab in die Schlierenlücke 2707m und wieder bergan, durch das Felstor und durch Fels und Schotter zum Uri Rotstock 2929m (30min vom Schlieren). Herrlicher Blick, einsam, ruhig, alles fein, nur AlpinoF fehlte wegen Verletzungspech. Über den Chlitaler Firn (oder was davon übrig ist) wieder hinab zum Ausgangspunkt.

Alpinwanderung/Speedhike – 04. August 2017, T6/III, ↗1900m, ↘1900m (1h50min), AlpinoM.