Die Nordflanke des Madrisahorns

Weihnachtstour #3: Die Pulverschnee-Therapie von gestern hatte bei AlpinoF mehr bewirkt als viele Therapie-Stunden – und das auch noch fast gratis! Allerdings führte die Therapie zu einem sofortigen Wiederholungsbedürftnis. Da in anderen Gebieten der Schnee nicht besser war, fuhren wir ein zweites Mal den langen Weg ins Prättigau. Kurz vor acht starteten wir am Parkplatz #12 in Dörfli 1650m und liefen ins Gafia-Tal hinein. Die vielen Abfahrtspuren liessen unsere Hoffnung auf unverfahrene Hänge sinken. Immerhin konnten wir einer teils zugewehten Aufstiegsspur bis P.2303 folgen. Dann zweigten wir nach links ab und liefen auf die überraschenderweise völlig unberührte Nordflanke der Madrisa zu. Die Schneehöhe nahm kontinuierlich zu, bis wir schliesslich durch ca. 30cm gut gesetzten Pulverschnee unsere Kehren in die steile Flanke meisselten. Vom Sattel zwischen dem Gipfel und P.2808 wühlten wir uns über den stark eingeschneiten Grat hinauf zum Gipfel des Madrisahorns 2825m (3:3oh). Während nun einige Leute vom Skigebiet auf das Rätschenhorn marschieren und in die Nordabfahrt der Plattenflue einstiegen, waren wir immer noch ganz alleine! Nun genossen wir die Abfahrt durch den genialen Schnee bis hinunter in die Ebene auf ca. 2350m. Ein Traum! Eine Spur lag jetzt ja drin und der Tank noch nicht leer… also nochmal die Felle an die Skier geschmissen und wieder die Flanke hoch. Ein weiteres Tourenpärchen störte nicht weiter, zumal wir von der Mitte der Flanke nun nach links hinaus in den ausgeprägten Sattel bei der grössten Madrisaspitze zogen. Die zweite Abfahrt war fast noch schöner wie die erste – wir wussten ja, was wir bekommen sollten! Eigentlich hatten wir weiter unten mit Winddeckel gerechnet, aber der Schnee blieb pulvrig bis zum Parkplatz. Und immer wieder schweiften der Blick zurück in die Flanke der Madrisa, die uns zwei herrliche Abfahrten geschenkt hatte…

Skitour – 25. Dezember 2017, ZS, ↗1650m, 4:15h.