Der Bächenstock im Meiental

Eigentlich war ich etwas später gestartet, erst um 7:30 Uhr, damit ich nicht der erste auf der Route war und nicht so viel Spuren musste. Aber die vier Snowboarder waren noch intensiv mit dem Verladen ihrer Bretter beschäftigt, als ich die erste Spur in den frischen Pulverschnee legte. Von der Barriere vor Gorezmettlen ging’s kurz auf der Passstrasse, dann durch den Färingenwald auf alter, teils eisiger Spur zur Alpe Rieter 1891m. Nun zog ich meine Spur durch den tiefer werdenden Schnee zur Seewenalp, am See vorbei und steil nach schräg links hinauf in einigen Kehren zum Seewenstöss P.2336. Den anschliessenden steilen Hang nach Osten wollte ich wegen des Treibschnees und etwas müder Beine nicht alleine gehen und wartete daher auf zwei Tourengeher, die mich bald eingeholt hatten. Die Traverse war weniger problematisch als ich gedacht hatte (wie sehr sich doch die Wahrnehmung verschiebt, wenn man alleine unterwegs ist) und wir arbeiten uns bald durch den ca. 20-25cm tiefen Schnee des Seewenzwächten und hinauf zum Skidepot. Nach kurzer Wühlerei hatte ich den Grat erreicht und stieg über die kaum eingeschneiten Felsen zum Gipfel des Bächenstocks 3010m hinauf.

Obwohl Sonntag, waren kaum Tourengeher im Gebiet unterwegs, ein einzelner mühte sich eben durch den offenbar sehr tiefen Schnee zum Chli Spannort, zwei andere steuerten auf das Couloir zum Zwächten zu; gegenüber sah man einige Spuren auf dem Gletscher unterhalb des Rorspitzlis. Ich freute mich über den dank Teamarbeit erreichten Gipfel und die fünfte herrliche Tour im Meiental dieser Saison, auf der ich fast die gesamte Route spuren musste.

Skitour – 04. März 2018, ↗1500m, 5h, ↘40min, AlpinoM.